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Southwest Bay Providencia Island

PROVIDENCIA – PERLE DER KARIBIK

Warst du schon einmal an einem Ort, den du das Paradies nennst? Der dich die Zeit vergessen lässt? Ich habe diesen Ort gefunden, er nennt sich Providencia und sieht aus wie aus dem Bilderbuch. Eine Insel inmitten des karibischen Meeres, auf die sich nur wenige Touristen verirren. Sie ist so klein, dass man innerhalb einer Stunde einmal um sie herumgefahren ist. An dieses Fleckchen Erde werde ich mich immer erinnern können, nicht zuletzt auch wegen der besonderen Anreise, welche mir alles abverlangte. In diesem Artikel erzähle ich dir von meinem persönlichen Lieblingsort.

Allgemeines zu Providencia

Dass nicht viele Touristen auf die Insel kommen hat neben der Anreise noch einen weiteren Grund. Es gibt strenge Regularien Seitens der Einwohner, die eine Ausbreitung touristischer Unterkünfte unterbinden. Es gibt auf der gesamten Insel nur wenige Hotels und Gästehäuser, jeder Tourist wird bei Ankunft registriert und seine gebuchte Unterkunft notiert. Die Sprache der rund 5200 Locals ist Kreolisch, eine Mischung aus der Landessprache Spanisch, Englisch und Afrikanisch.

Kristallklares Wasser

Drei Stunden Hölle

Zwar kann man die Insel auch mit dem Flugzeug erreichen, das ist allerdings ziemlich teuer und das mitzubringende Gepäck ist stark begrenzt. Der Umwelt zu Liebe entscheiden wir uns für die Anreise per Boot. Bei der Ankunft am Pier werden uns mit den Tickets für die Fähre jeweils zwei Tabletten gegen Reiseübelkeit geschenkt, die wir sofort nehmen sollen. Die Überfahrt von San Andres nach Providencia soll alles andere als angenehm sein. Auf der Fähre, einem Katamaran, sind auf jedem Platz vorsorglich Kotztüten verteilt. Die ersten 30 Minuten an Bord sind relativ harmlos, sodass ich mich beinahe ärgere, gleich zwei Tabletten geschluckt zu haben. Als wir jedoch aus dem geschützten Bereich der Insel in das offene Meer fahren schlagen die Wellen erbarmungslos zu.

Das Schiff schwankt so heftig, dass man sich kaum festhalten kann. Ich versuche krampfhaft einen Punkt am Horizont zu fokussieren, um meinem Gleichgewichtssinn (und hauptsächlich meinem Margen) eine Chance zu geben, jedoch ohne Erfolg. Finde ich es zu Beginn noch echt lustig, bin ich nach nur wenigen Minuten die erste, die nach draußen rennt und hinter dem Ausgang komplett zusammenbricht. Ich bin nicht mehr fähig aufzustehen, sodass Schiffsangestellte mich auf einen Sitz ziehen müssen. Ich wusste gar nicht, dass es einem innerhalb kürzester Zeit so schlecht gehen kann. 3 Stunden Fahrt liegen vor mir, in denen ich diese Hölle nicht verlassen kann. Wie soll ich das überleben? Ich erspare euch nun weitere Einzelheiten, aber den Innenraum der Fähre habe ich nicht mehr wiedergesehen.

Bei der Ankunft in Santa Isabel werden wir genaustens kontrolliert und müssen uns in eine Liste eintragen. Käseweis und mit wackeligen Knien kämpfe ich mich vom Schiff. Ich war noch nie so glücklich, wieder festen Boden unter meinen Füßen zu haben. Ich könnte ihn küssen! Doch all die Strapazen sind schnell wieder vergessen. Die Schönheit der Insel zieht mich sofort in ihren Bann.

Strand auf Providencia

Sternenklare Nächte

Providencia ist auf zwei Inseln aufgeteilt – die Hauptinsel und eine kleine Fischerinsel Santa Catalina sind durch einen kleinen Steg miteinander verbunden. Das Wasser darunter ist so klar, dass wir bis auf den Grund schauen können. Jeden Tag bleiben wir hier für ein paar Minuten stehen, weil es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Einmal entdecken wir sogar einen Rochen-Schwarm! In der Nacht eignet sich der Steg perfekt zum Sterne beobachten. Es ist ein fantastischer Moment. Wir liegen einfach nur da, flach auf dem Rücken, hören das Meeresrauschen und sehen die Sternschnuppen über uns hinweg fliegen. Das mag nun etwas kitschig klingen, aber in solch einem Moment verspüre ich nichts als Dankbarkeit. Wieder einmal mehr wird mir bewusst, was ich für ein Glückskind sein muss, genau jetzt an diesem so wunderbaren Ort verweilen zu dürfen.

Der Steg von Providencia
Steg nach Santa Catalina

Tauchen mit Haien

Meine Mutter wird jetzt wahrscheinlich wieder aufschreien. Wenn man schonmal in der Karibik ist, dann muss man seinen Tauchschein natürlich auch ausnutzen. Mit einem Motortaxi lassen wir uns zur Tauchbase Sonny Dive bringen. Zu Beginn habe ich so heftige Probleme mit dem Druckausgleich, dass ich Tobi das Zeichen zum Auftauchen gebe. Dank der Hilfe des Leaders kann ich dann aber doch tiefer gehen und den Tauchgang abschließen. Zum Glück, denn nach wenigen Minuten tippt mir einer aus der Gruppe auf die Schulter: da schwimmt doch tatsächlich ein riesiger Riffhai seelenruhig an mir vorbei, ich kann es kaum glauben! Die Unterwasserwelt vor Providencia ist wirklich wunderschön und erstrahlt in allen Farben. Am Ende sind es 7-8 Haie, die neugierig ihre Bahnen um uns ziehen. Das wird dann sogar uns zu gruselig und so sind wir am Ende etwas froh, wieder an der Oberfläche zu sein. Obwohl wir im Voraus zwei Tauchgänge geplant haben, lasse ich Tobi beim Zweiten unter Tränen allein zurück ins Wasser gehen. Meine Ohren schmerzen und ich möchte keine schwerwiegenden Folgen riskieren. Siehst du Mum, ich kenne meine Grenzen😉.

Hai
Kleiner Hai
Fischschwarm unter Wasser

Karibik pur

Providencia ist wirklich keine große Insel, innerhalb einer Stunde ist man mit dem Roller einmal drum herumgefahren. Auf unserer Mini-Tour entdecken wir viele mal mehr oder weniger verlassene Strände, aber einer hat es uns besonders angetan: Die Southwest Bay. Ein weißer, langer Traumstrand mit kristallklarem türkisem Wasser und Palmen, wohin man blickt. Ein Strand wie aus dem Bilderbuch. Dass es absolut nicht touristisch ist merken wir als Tobi sich auf den Weg macht, um Getränke zu holen und mit leeren Händen zurückkommt. Lediglich eine kleine karibische Bar, geführt von einem waschechten Rastafari, öffnet für uns zum Sonnenuntergang. Ein großes Schild mit der Aufschrift „Chill Spot“ ziehrt die kleine Holzhütte. Der Mann hinterm Thresen macht dem Namen der Bar alle Ehre. Er ist so gechillt, dass er nach seinem „allright, man“ ca. 30 Minuten braucht, um pfeifend und singend einen Pina Colada für uns zu mixen. Macht uns aber nichts aus, im Gegenteil finden wir, dass es nicht authentischer sein könnte.

Coktail am Strand
Southwest Bay Providencia Island

Etwas weiter südlicher geht es heiß her: am Playa Manzanillo treffen sich die Einheimischen der Insel um gemeinsam zu chillen und zu trinken. Kinder lassen sich von selbstgebauten Reifenschaukeln ins Wasser fallen, während die Erwachsenen bei lauter Musik in großen Gruppen am Strand sitzen. Wir treffen sogar unseren Host Lorenzo und seine Nachbarin samt Familie, die uns fröhlich zuwinkt.

Cayo Cangrejo

Die berühmte kleine vorgelagerte Insel Cayo Cangrejo ist ein weiteres Highlight von Providencia. Bei schönem Wetter und ruhiger See kann man sich ein Kanu mieten und mit Schnorchel bewaffnet rüberfahren, um die Unterwasserwelt zu entdecken. Als wir dort allerdings ankommen, sind die Wellen etwas zu hoch und wir entscheiden uns dafür, die Insel lieber aus weiter Ferne zu betrachten. Seht euch nur dieses Wasser an!

Cayo Cangrejo

Almond Bay

Ein weiterer Strand, den wir aber leider erst am letzten Tag entdecken, ist Almond Bay. Hier sind wir ebenfalls komplett alleine, wenn wir den Local, dem wir eine Kokosnuss abkaufen und die vielen bunten Eidechsen mal außen vor lassen. Wir schauen aufs Meer und genießen die letzten Stunden auf der Insel, bevor wir dieses wunderbare Fleckchen Erde wieder verlassen müssen.

Die Almond Bay haben wir auch für uns alleine

Und die Rückfahrt?

Man sagt, die Überfahrt zurück nach San Andres sei weniger schlimm, und das kann ich bestätigen. Dieses Mal bleiben wir direkt draußen sitzen und die Tabletten geben ihr Bestes. Es dauert nicht lange, bis ich zwischen all den Koffern und Rucksäcken am Boden liege und schlafe. Tobi hat derweil ziemlichen Spaß. Einige Einwohner Providencias sitzen ebenfalls draußen und verbringen die Zeit mit mächtig viel Alkohol. Anders können sie die Überfahrt wohl auch nicht überstehen, würde ich sagen ;). Ein Sack voller Früchte, welcher eigentlich als Lieferung nach San Andres gekarrt werden sollte, kommt jedenfalls nur noch halb so voll am Hafen an, auch uns wird so einiges angeboten. Die Menschen sind einfach super herzlich.

Ausgeknockt

Ein paar Worte zu San Andres

Zur Nachbarinsel San Andres möchte an dieser Stelle nur wenige Worte verlieren. Die Insel ist im Gegensatz zu Providencia leider absolut nicht unser Fall und gleicht eher dem Ballermann Mallorcas als einem Paradies. Wer auf Sardellentourismus steht, der sollte dorthin gehen.

Echse

Fazit

Providencia ist ein fantastischer Ort, in den wir uns seither verliebt haben. Unser kleines Paradies. Ein Zitat aus meinem Tagebuch vom 30.07.2019 beschreibt es ganz gut: „Das kristallklare Wasser, die Strände, die Menschen, der Sternenklare Nachthimmel, einfach alles macht diese Insel zu meinem Herzensort. Ich hoffe und ich wünsche den Einwohnern, dass ihre Traditionen und Werte beibehalten werden und ihr kleiner Juwel im Karibischen Meer erhalten bleibt. Auf dieser Insel kennt jeder jeden, es ist absolut nicht touristisch und ich bin dankbar dafür, dass ich die Chance hatte dieses Fleckchen Erde besuchen zu dürfen.“

Verlassene Buchten

Kosten und Unterkunft in Providencia

Anreise: via Fähre von San Andres, 398.000 Pesos pro Person hin & zurück

Roller: 50.000 Pesos pro Tag

Kosten Tauchen: SONNY DIVE in der Fresh Water Bay, 190.000 Pesos pro Person für zwei Tauchgänge

Unterkunft Santa Catalina: Posada Bully´s Place bei Lorenzo, gebucht über AirBnB, ca. 20 Euro für ein Doppelzimmer/Nacht

Du hast noch nicht genug? Schau doch mal, was davor geschah.

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Seit Oktober 2017 in der Welt zu Hause. Ich berichte auf diesem Reiseblog über meine ganz persönlichen Erfahrungen, was mich bewegt und gebe dir Tipps für deine eigene Planung. Emotional und echt – stets mit dem Herzen auf der Zunge. Ich freue mich, dass du hier bist.

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