Wo das Meer die Berge küsst – Neuseeland

Ich spühre ein leichtes, warmes kitzeln auf meiner Nase und öffne die Augen. Die Sonne lacht durch die beschlagene Heckscheibe unseres Vans und wirft mir ein fröhliches „Guten Morgen“ zu. Der Regen hat aufgehört, die Grashalme glitzern im frischen Tau. Wir bleiben noch einen Moment unter der warmen Decke liegen, schauen dem Sonnenaufgang zu und lauschen den Wellen, die im Kieselsand brechen. Der Moment ist perfekt.

Nach dem Frühstück fahren wir direkt los. Die kleine Halbinsel Coromandel Peninsula ist dabei unser erstes Ziel. Es fühlt sich gut an, wieder auf der Straße unterwegs zu sein. Landschaftlich erinnert der erste Streckenabschnitt ein wenig an Irland – zumindest das, was wir von Bildern kennen. Wir planen einen Zwischenstopp in „Waiomu Kauri“ ein, weil es dort laut der App „Rankerz“ einen tollen Track zum Wandern gibt. Unterwegs treffen wir auf einen Tramper am Straßenrand. Der junge Belgier springt sofort freudig auf als er unseren Van sieht und streckt hoffnungsvoll seinen Daumen nach oben. Zufällig möchte dieser auch zu dem Wandertrack. Backpacker helfen sich natürlich gegenseitig und so sitzen wir eine Zeit lang wie drei Vögel auf der Stange zu Dritt vorne drin.

Ernie, das hübsche Fotomodel
Ernie, das hübsche Fotomodel
Sieht ein wenig aus, wie in Australien.
Durch den Dschungel

Waiomu Kauri ist dann letztendlich zwar ganz hübsch, aber nach den vielen Wanderungen in Australien nun wirklich kein Highlight mehr für uns. Nach 2 Stunden im Regenwald kehren wir um und fahren weiter.

Coromandel – Wo das Meer die Berge küsst

Die restliche Strecke bis Coromandel dagegen ist dann doch absolut spektakulär. Links das blaue Meer und rechts die hohen Berge in sattem Grün, auf denen wir regelmäßig kleine süße Babyziegen entdecken. Die Straße schlängelt sich in Serpetinen die hügelige Landschaft hinauf und Ernie hat teilweise ganz schön zu kämpfen. Die Aussicht aber ist ein absoluter Traum! Wir haben wirklich nicht erwartet, dass Neuseeland landschaftlich doch so komplett anders ist als sein Nachbarland Australien.

Hier liefen wir übrigens einer Horde Wildschweinchen über den Weg
Überall kleine Schafies
Überall kleine Lämmchen
Wo das Meer die Berge küsst
Wo das Meer die Berge küsst
Typisch Jester

Die Nacht verbringen wir wenige Kilometer von Coromandel entfernt für 10 NZD in einem „rustic camp“ – welches seinem Namen alle Ehre macht. Wer bis hier hin gedacht hat, dass bei uns in den ersten Tagen ja mal ausnahmsweise nichts schief gelaufen ist, den müssen wir enttäuschen. Der Besitzer des Camps muss unseren Ernie am nächsten Morgen mit dem Tracktor aus dem Matsch ziehen. Fragt einfach nicht, warum. Ein Van ist eben kein Geländewagen – oops 😉

Matsch mag er nicht so
Matsch mag er nicht so
Nächster Halt Cathedral Cove

Wer den Film „Chroniken von Narnia“ kennt, dem wird unser nächster Halt bekannt vorkommen.
Vom Parkplatz des berühmten Cathedral Coves laufen wir ca. 45 Minuten bis runter zum Strand. Der Weg ist nicht gerade was für unsportliche Menschen und so kommen wir in unseren langen Klamotten ganz schön ins Schwitzen. Nicht, dass wir unsportlich wären versteht sich ;). Das Highlight ist allerdings nicht der „Cove“ selbst, sondern ein Ziegenbock, der sich dort unten wohl verirrt hat.

Cathedral Cove Neuseeland
Cathedral Cove
Der Bock ist wohl der Wächter
Der Wächter
Sieht schon paradiesisch aus
Sieht schon paradiesisch aus, was?
Hot Water Beach

Nicht weit entfernt liegt dann auch der Hot Water Beach, dem wir direkt danach einen Besuch abstatten. In Bikini und Badehose natürlich – schließlich wollen wir den Mythos auch mal ausprobieren. Durch eine heiße Quelle unter der Erde sprudelt hier heißes Wasser an die Oberfläche des Sandstrandes. Wer sich hier ein Loch buddelt, kann sich quasi ein eigenes Thermalbad mit Aussicht aufs Meer gönnen. In der Hochsaison sollen hier massenhaft Menschen ihre Löcher in den Sand buddeln, wir finden im tiefsten Winter aber nur eine Handvoll Touristen vor. Anfangs versenken wir uns tatsächlich erstmal schön die Füße, weil das Wasser einfach viel zu heiß ist. Da haben wir wohl direkt in die Quelle gegraben.

Ein Bad mit Aussicht würde ich das nennen
Ein Bad mit Aussicht

Gegen Nachmittag fahren wir dann einen etwas längeren Abschnitt bis zu den Okere Falls. Hier befindet sich unser nächstes Freecamp und der Ausgangspunkt für den nächsten Ort, auf den wir uns schon ganz besonders freuen: Rotorua, die brodelnde Stadt!

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