In der Umgebung rund um Esperance finden sich preisgekrönte Strände, wie man sie nur von Postkarten kennt. Das Wasser leuchtet in so vielen verschiedenen Blautönen, das muss man mit eigenen Augen gesehen haben! Der Küstenabschnitt im Süden Westaustraliens zählt nachweislich zu den Schönsten, die es gibt. Und mit Highlights wie dem Great Ocean Drive oder dem Cape Le Grand National Park hat die Region wirklich einiges zu bieten. Ich war bereits zwei Mal dort (2018 und 2025) und kann nur sagen, dass sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt.
In diesem Artikel erfährst du von unseren Erfahrungen und unseren 10 persönlichen Highlights in Esperance und dem Great Ocean Drive, gespickt mit Bildern, die garantiert etwas Sehnsucht auslösen werden.
Oh, du schönes Esperance
Die kleine Küstenstadt Esperance liegt an der Südküste des australischen Bundesstaates Western Australia. Mit einer Entfernung von über 700 Kilometern zu Perth liegt es zwar ganz schön ab vom Schuss, aber wer gerade so wie wir die ewige Fahrerei ohne Kurven durch die schier endlose Nullarbor Region hinter sich gebracht hat, für den fühlt sich die Stadt an wie eine Erlösung. Und das obwohl es mit 14.000 Einwohnern wirklich keine Großstadt ist. Dennoch gibt es in der Innenstadt einige kleine Läden, Super- und Wochenmärkte, Restaurants, einen kleinen Park mit Uferpromenade am Hafen sowie ein historisches Museum.
Doch die eigentlichen Highlights von Perth befinden sich außerhalb des Zentrums. Denn in der Umgebung rund um Esperance gibt es einiges zu entdecken.

Highlights auf dem Great Ocean Drive Esperance
Der Great Ocean Drive zählt für mich zu den schönsten Streckenabschnitten in ganz Australien. Er lässt sich easy an einem Tag mit dem Auto oder dem Fahrrad abfahren und führt auf über 40 Kilometern vorbei an verschiedenen Stränden, felsigen Landzungen und steilen Klippen, idyllischen Buchten und versteckten Pools. Ich sag’s euch: Nirgends auf der Welt habe ich schönere Strände gesehen. Die Distanzen zwischen einzelnen Highlights sind kurz und es gibt überall kostenlose Parkplätze, sodass man an jeder beliebigen Stelle halten kann. Von Surfen, Schnorcheln, Baden oder Wandern – hier ist für jeden etwas dabei! Von Juni bis Oktober kann man mit etwas Glück sogar Wale an der Küste beobachten.
Distanz
40 Kilometer Loop
Beginn
West Beach
Ende
Pink Lake
Wem lieber nach einer Wandertour ist, der kann den Küstenabschnitt auch zu Fuß über den Great Ocean Walk Trail erwandern.

1. West Beach
Der Great Ocean Drive beginnt direkt, wie soll es auch anders sein, mit einem wunderschönen Strandabschnitt! Der West Beach liegt nur etwa drei Kilometer vom Stadtzentrum in Esperance entfernt und ist vor allem bei Surfern beliebt. Über eine Holztreppe gelangt man runter zum Strand, man kann aber auch auf einem Weg oberhalb des Strandes entlang spazieren. Doch auch wenn das türkisfarbene Wasser erstmal einladend aussieht, sollte man sich zum Schwimmen noch etwas gedulden, bevor man sich in die Wellen stürzt und lieber das geschützte Gewässer anderer Strände nutzen (zum Beispiel des Twilight Beaches). Die Strömungen und der Swell sind einfach unberechenbar und das Schwimmen zu gefährlich.

2. Chapmans Point
Direkt hinter dem Strand befindet sich schon der erste spektakuläre Aussichtspunkt. Der Chapmans Point liegt auf einer felsigen Landzunge und bietet mit seinem Ausblick auf das Meer, die Stadt und die Küste schonmal einen Vorgeschmack auf das, was die nächsten Kilometer auf einen zukommt.

3. Blue Haven Beach, Salmon Beach & Fourth Beach
Direkt dahinter reihen sich bereits die ersten traumhaften Strände mit türkisblauem Wasser nacheinander, wobei einer schöner ist, als der andere. Den Start macht der kilometerlange Blue Haven Beach, der seinem Namen alle Ehre macht, gefolgt von Salmon– und Fourth Beach. Allesamt beinahe menschenleer und absolut traumhaft. Auch hier gibt es mehrere Strandzugänge und einen kleinen Wanderweg oberhalb der Strände. Bei guten Bedingungen und hohen Wellen kann man hier deshalb ebenfalls Surfer beobachten.

4. Twilight Beach
Der bekannteste Strand des Great Ocean Drive ist der Twilight Beach. Hier ist etwas mehr los, aber das ist auch kein Wunder, schließlich wurde er schon mehrmals zum schönsten Strand Australiens gewählt. Und das völlig zurecht. Keine Worte dieser Welt können die unterschiedlichen Blau- und Türkistöne dieser wunderschönen Bucht beschreiben. Wenn die Sonne scheint, ist der Sand so leuchtend weiß, dass er fast in den Augen brennt. Ein Blick auf den Parkplatz zeigt, dass hier nicht nur Backpacker herkommen. Unter den Badegästen befinden sich vor allem Einheimische aus Esperance. Wie toll es sein muss, einen der schönsten Strände der Welt direkt vor seiner Haustür zu haben!


Hier wagen wir uns auch das erste mal selbst ins Wasser, denn anders als viele andere Strände entlang des Loops wird die Bucht durch Felsen und die Landzunge »Twilight Cove« geschützt, was sie perfekt zum baden macht. Es ist gar nicht so kalt wie zuerst angenommen und wir gewöhnen uns schnell an die Wassertemperatur. Der Strand ist läuft leicht abfällig, aber flach ins Meer. Von den Felsen springen Teenager ins Wasser, andere schnorcheln oder sind mit ihrem Stand-Up Paddle unterwegs.

5. Observatory Point
Nach einem weiteren langen Strandabschnitt folgt der Observatory Point. Eine Holztreppe bringt uns zu einem weiteren Aussichtspunkt mit einem grandiosen Rundumblick auf die Küste und das Meer. Wenn du in der Zeit von Juni bis Oktober vorbeikommst, halte unbedingt die Augen offen, wenn zu dieser Zeit Wale an der Küste vor Esperance vorbeiziehen. Auch Sichtungen von Delfinschwärmen sind möglich. Aber auch die anderen Jahreszeiten sind absolut empfehlenswert, wenn die Landschaft mit Wildblumen übersäht und der Ozean warm genug zum Schwimmen ist.

6. Nine, Ten, Eleven…
Es folgen noch ein paar weitere große Strände, bei denen ich mich ernsthaft frage, ob den Australiern irgendwann die Namen ausgegangen sind: Nine Mile Beach, Ten Mile Lagoon, Eleven Mile Beach. Die Strände sind eine Mischung aus offenem Riff und langer Küste. Immer wieder findet man hier durch das Riff geschützte, flache Pools zum Baden und Schnorcheln, die besonders bei Familien und gutem Wetter beliebt sind. Doch an diesem Tag finden wir alle Strände nahezu menschenleer vor. Nur gelegentlich begegnen wir anderen Reisenden oder Einheimischen, die mit ihrem Hund am Strand entlang spazieren.

Am besten gefällt uns der der Eleven Mile Beach. Das ist sicherlich auch ein traumhafter Ort, um den Sonnenuntergang zu genießen. Mit einem Geländewagen mit 4WD Offroad Funktion kann man zudem über den Eleven Mile Beach in Richtung Westen zu zwei weiteren Stränden mit kreativen Namen gelangen: der Twelve– und Thirteen Mile Beach.

7. Pink Lake mit gutem Marketing
Nach dem Eleven Mile Beach führt der Great Ocean Drive wieder landeinwärts zurück, wo wir an einem letzten »Highlight« vorbeikommen: Der Pink Lake. In Western Australia gibt es eine hand voll Salzseen, die durch Algenaktivität tatsächlich knallpink leuchten. Die Alge »Dunaliella Salina« produziert bei Sonnenlicht Beta-Carotin, ein roter Farbstoff, der zum Beispiel auch in Karotten vorkommt. Ich selbst habe 2017 mit der Hutt Lagoon schonmal einen solchen See mit meinen eigenen Augen sehen dürfen. Entgegen seines Namens ist der Pink Lake bei Esperance allerdings schon seit vielen Jahren nicht mehr pink, wird aber immer noch mit schönen Bildern in Magazinen und auf Postkarten als solches beworben. Bei unserem Besuch ist er sogar gänzlich ausgetrocknet und so blicken wir lediglich auf eine dünne, weiße Salzschicht. Aber dennoch ist die Natur um den See herum immer noch ein vielfältiger Lebensraum für verschiedene Tiere und Pflanzen und bietet sich für verschiedene Buschwanderungen an. Man sollte nur eben vom See nicht mehr so viel erwarten. 😉

Weitere Highlights rund um Esperance
8. Wylie Head Beach
Blättert man durch die Reisemagazine über Esperance, findet man ein atemberaubendes Foto nach dem anderen. Eines ist mir jedoch schon vor Jahren sofort ins Auge gestochen und ließ mich seither nicht mehr los. Es ist die Drohnenaufnahme einer schmalen Sandbank, auf dessen puderzuckerfeinem Sand bei Ebbe von zwei Seiten türkisfarbene Wellen brechen. Es wirkt wie ein natürlicher Steg, der zu einer Insel aus Granitfelsen im Wasser führt. Was auf dem Foto wirkt, als sei es zu schön um wahr zu sein, befindet sich nur rund 10 Kilometer östlich von Esperance entfernt.

Der Wylie Head Beach ist vor allem bei Offroadern beliebt, weil man ihn direkt mit dem Auto befahren kann. Trotzdem ist er weniger überlaufen als die anderen Strände von Esperance. Wer kein Offroad-Fahrzeug hat, kann Wylie Head auch über einen kurzen Fußweg vom Parkplatz erreichen. Neben einem großen Felshügel, welchen man ebenfalls per 4×4 erklimmen kann, startet von hier auch ein ca. 20 km langer 4×4-Track am Strand entlang zum Cape Le Grand National Park.

9. Cape Le Grand National Park
Der Cape Le Grand National Park ist ein weiteres Highlight in der Nähe von Esperance. Dieser Park ist genauso wie der Great Ocean Drive ein absolutes Muss! Er befindet sich etwa 60 km östlich von Esperance und zählt zu den beliebtesten und schönsten Parks in der Region. Hier findet sich eine Küstenlandschaft mit atemberaubenden Buchten, Granitfelsen und traumhaften weißen Stränden. Vor allem aber befindet sich hier mit der Lucky Bay einer der ikonischsten Strände überhaupt. Es gibt nicht viele Orte in Australien, an denen man Kängurus beim sonnenbaden am Strand beobachten kann, aber hier ist das – mit etwas Glück – durchaus möglich. Unsere Erfahrungen im Cape Le Grand National Park waren so beeindruckend, dass es darüber in Kürze einen eigenen Blogartikel geben wird.

10. Cape Arid National Park
Wer auf der Suche nach einem Outback-Erlebnis ist, für den ist der Cape Arid Nationalpark genau das Richtige. Der Park liegt in einer abgelegenen und isolierten Region, von welcher der Großteil nur mit einem Offroad-Fahrzeug zugänglich ist. Er liegt etwa 125 Kilometer östlich von Esperance und grenzt an den Cape Le Grand National Park. Zwar ist er weniger berühmt als sein Nachbar, aber dafür nicht weniger sehenswert. Denn auch hier findet sich ein wunderschöner Küstenabschnitt mit kilometerlangen Sandstränden, auf denen man entlangfahren darf.
Camping in Esperance
Zur Übernachtung in Esperance haben wir uns den »Bushlands« Caravan Park etwas außerhalb der Stadt ausgesucht. Der Name ist Programm: Er ist mit 10 AUD pro Person wesentlich günstiger als alle anderen (auf denen es zu unserem Besuch ohnehin keine freien Stellplätze mehr gibt), verfügt über ausreichend Platz und ist wunderschön in der Natur gelegen. Die Besitzer des Campingplatzes, ein altes australisches Rentnerpaar, sind selbst viel gereist und wohnen mit ihrem Hund in einem kleinen, süßen Bungalow direkt auf dem Gelände. Es gibt eine große Campingküche, heiße Duschen und einen Waschraum. Unser Abendessen verbringen wir mit dem Geschrei von Papageien und Kakadus, die in den Bäumen über uns sitzen. Schöner könnte es nicht sein!

Zudem haben wir im Cape Le Grand National Park übernachtet. Es gibt mehrere Campingplätze im Park, allerdings sind diese oft schon Monate im Vorfeld ausgebucht, vor allem der Campingplatz in der Lucky Bay. Weitere Infos zum Campen im Park findest du hier und zu unserer Erfahrung im Park hier.
Fazit
Für mich zählt die Region rund um Esperance mit dem Great Ocean Drive und den Nationalparks nach wie vor zu den Schönsten, die ich in Australien besuchen durfte und ich würde immer wieder gerne zurückkommen. Wenn ich nicht selbst schon zwei mal dort gewesen wäre, würde ich selbst nicht glauben, dass dieser Küstenabschnitt existiert. Kein Foto kann die Schönheit und die verschiedenen Farbnuancen der Landschaft und der Strände so gut einfangen. Warst du schonmal in Esperance? Was war dein persönliches Highlight? Falls du weitere Tipps oder Fragen zum Artikel hast, freue ich mich über deinen Kommentar am Ende dieses Artikels.
