Endlich ist es so weit: Von San Diego in Kalifornien soll es für uns auf einen Roadtrip durch die US-Bundesstaaten Nevada, Utah und Arizona gehen. Unser Auto Alfonso ist gepackt, ich bin aufgeregt. In diesem Reisebericht erfährst du meine persönlichen Highlights und Sehenswürdigkeiten entlang der Route durch Amerikas Südwesten, inklusive Tipps für deinen eigenen Roadtrip.
Amerikas Südwesten: Roadtrip Route

Die Route für den Roadtrip durch Amerikas Südwesten beinhaltet folgende Sehenswürdigkeiten und Stopps:
San Diego – Las Vegas – Virgin – Zion Nationalpark – Bryce Canyon Nationalpark – Monument Valley – Antelope Canyon – Horseshoe Bend – Grand Canyon Nationalpark – San Diego
Dabei werden insgesamt 4 U.S. Bundesstaaten besucht: Kalifornien, Nevada, Utah und Arizona.
Dauer: 6-7 Tage (wir haben 6 gemacht, besser sind 7)
Länge: ca. 2600 Kilometer
Im nachfolgenden werde ich genauer auf die einzelnen Stopps entlang der Route eingehen.
Las Vegas – Nevada

Unser erstes Ziel ist nichts geringeres als die berühmte Casino-Hochburg Las Vegas mitten in der Mojave Wüste. Um uns herum staubtrockene Landschaft. Ich schaue aus dem Fenster und sehe einen kilometerlangen Zug vorbeifahren. Was der wohl geladen hat? Denke ich, als ich ihn dabei beobachte, wie er sich mühsam über die Hügel der Wüste schlängelt. Etwas mehr als vier Stunden Autofahrt über die Interstate 15 dauert es. Dann stehe ich plötzlich inmitten schillernder Leuchtreklamen und lauter Musik: der Las Vegas Strip. Unser Gepäck haben wir in unserer Unterkunft abgestellt und uns danach sofort ins lebendige Nachtleben der Stadt begeben. Wir wandern von Casino zu Casino, sehen uns die kostenlose Wasserfontänen Show vor dem Bellagio an, staunen über den imposanten Vulkanausbruch vor dem Mirage und laufen uns die Füße wund, bevor wir völlig reizüberflutet aber glücklich ins Bett fallen.

Ich war zunächst etwas skeptisch, ob mir Las Vegas überhaupt gefallen würde. Da wir aber nun mal auf dem Weg nach Nevada, Utah und Arizona daran vorbeikamen, wollten wir zumindest einen Tag dort verbringen. Was soll ich sagen, es gefiel uns so gut, dass wir gleich zwei daraus machten.
Am nächsten Morgen gibt es ganz Low-Budget mäßig Müsli aus dem Kofferraum in der Tiefgarage unseres Luxushotels. Ein paar Asiaten schauen uns schief an, ich schaue schief zurück. Wie ausgerechnet wir in einem Luxushotel wie dem Mandalay Bay landen konnten? Das und viele weitere Infos erfährst du in meinem ausführlichen Bericht über Las Vegas.
Von Las Vegas nach Utah – Virgin

Nach zwei aufregenden, aber auch sehr anstrengenden Tagen in Las Vegas verlassen wir die Metropole und machen uns auf den Weg in Amerikas wilde Natur. Wir passieren die Grenze von Nevada nach Utah und merken, wie sich die Landschaft mit jedem gefahrenen Kilometer verändert. Auf dem Weg in Richtung Zion Nationalpark kommt man unweigerlich an der kleinen Gemeinde Virgin vorbei. Hier zeigt Amerikas Südwesten gleich, was er kann: Direkt am Ortseingang befindet sich eine kleine „Westernstadt“, für die sich ein kurzer Foto-Stopp lohnt. Virgin ist im übrigen ziemlich interessant und gruselig zugleich, denn hier sind die Haushalte per Gesetz dazu verpflichtet, eine Waffe zu besitzen. Deswegen wundert es uns auch nicht, dass wir auf dem Parkplatz vor dem Westernstadt-Nachbau eine Patrone finden.
Zion Nationalpark – Utah

Dann geht es auch schon weiter. Die Strecke führt uns durch einen Canyon, vorbei an kleinen verschlafenen Dörfern, bis wir schließlich vor den Toren des Zion Nationalparks stehen. Es ist schon spät, und da wir durch unseren verlängerten Aufenthalt in Las Vegas einen Tag weniger für unseren Roadtrip durch Amerikas Südwesten auf dem Zeitkonto haben, entscheiden wir uns dazu, durch den Park nur durchzufahren und uns einen geeigneten Schlafplatz zu suchen, bevor es dunkel wird. Ein paar mal halten wir aber dennoch, um zu beobachten, wie die Sonne zwischen den Feuerroten Felsen des Zion Nationalparks untergeht.

Nach einer turbulenten Fahrt über Stock und Schlagloch finden wir schließlich auch unseren Stellplatz für die Nacht: ein kleines schnuckeliges Plätzchen mit Feuerstelle, umgeben von einer wunderschönen Natur außerhalb des Nationalparks. Ich steige aus und manövriere Tobi auf die freie Fläche. Dann schalte ich meine Kamera an und verkünde fröhlich, wie schön dieser Camp-Spot doch sei, bis ich auf den Boden schaue und mir bei laufender Kamera der Atem stockt. Ich spüre mein Herz gegen meine Brust klopfen. „Ehhm. Tobi? Bist du sicher, dass wir hier bleiben sollten?“

Er steigt aus dem Auto und betrachtet meinen neusten Fund. Ein handgroßer Abdruck eines Berglöwen. Direkt dahinter noch einer, und noch einer. Eine Spur. Direkt unter unserem Auto entlang. Ich wische mit dem Finger über den weichen Boden. Der Abdruck musste frisch sein.
„Der wird schon nicht kommen. Der hat gar keinen Bock auf uns“, sagt Tobi beschwichtigend. Ich bin da anderer Meinung, belasse es aber dabei.
Während ich im Kofferraum das Essen zubereite, kümmert sich Tobi um das Lagerfeuer. Es dauert zwar etwas, aber dann sitzen wir schließlich an einem lodernden Feuer. Das ist auch bitter nötig, denn in der Nacht sinken die Temperaturen bis knapp unter 0° Celsius.

In meiner Hand ein warmer Punsch, über uns der unendliche Sternenhimmel. Der Moment ist perfekt. Trotzdem lässt mich der Gedanke an den Abdruck im Sand nicht los, und so leuchte ich in regelmäßigen Abständen mit der Stirnlampe ins Gebüsch. Sicher ist sicher.
Bryce Canyon Nationalpark – Utah

„Sagmal, können wir den Bryce Nationalpark nicht auch auslassen? Der sieht doch bestimmt auch aus, wie jeder andere?“ hatte mich Tobi irgendwann während des Roadtrips gefragt. Ich sah ihn an, als hätte er mir ins Gesicht geschlagen. „Bist du verrückt? Der Bryce Canyon Nationalpark ist einer der Coolsten!“. Zumindest hatte ich das im Internet gelesen. Und ich sollte recht behalten. Die Felsformationen des Bryce Canyon Nationalparks in Utah sind unbeschreiblich schön und einzigartig. Es führt nur eine Straße hinein, die mit unzähligen Aussichtspunkte entlang der Route geschmückt ist. Es liegt Schnee im Park. Kein Wunder, es ist zum Zeitpunkt unseres Roadtrips durch Amerikas Südwesten ja auch schon Dezember. Aber das macht die Landschaft nur noch schöner.
Bryce Canyon Nationalpark Infos

Der Eintritt in den Park ist mit dem America the Beautiful Annual Pass möglich. Ohne Pass kostet es $35 pro Fahrzeug, unabhängig von der Anzahl der Personen. Es führt eine ca. 30 Kilometer lange Straße quer durch den Park, über die man anschließend auch wieder zurück muss. Du kannst also alle Aussichtspunkte bequem mit dem Auto abfahren und benötigt dafür etwa 2 Stunden. Es gibt aber auch viele unterschiedliche Wanderrouten durch den Canyon. Die bekanntesten Aussichtspunkte entlang der Strecke findest du gleich zu Beginn: Bryce Point, Inspiration Point, Sunset- und Sunrise Point.
Der schönste Aussichtspunkt im Bryce Canyon Nationalpark ist meiner Meinung nach der Sunset Point. Wir haben Glück, denn obwohl es den ganzen Tag bewölkt war, so kommt genau dann die Sonne heraus, als wir dort sind. Die Farben sind zum Sonnenuntergang in Kombination mit diesen rot-orangenen Felsformationen und dem Schnee unbeschreiblich schön!

Nachdem die Sonne untergegangen ist, setzen wir unsere Tour fort und schruppen noch einige Kilometer, damit es am nächsten Morgen nicht mehr ganz so weit zu unserem nächsten Highlight ist: das Monument Valley. Unterwegs passieren wir die Grenze nach Arizona und machen ein Foto im Licht der Autoscheinwerfer. Dann halten wir in einer kleinen Bucht am Straßenrand und kochen uns schnell noch etwas zum Abendessen. Es ist bereits so kalt, dass ich die Zwiebeln im Auto schneide. Der Geruch wird uns noch tagelang verfolgen, aber das ist mir egal. Bei einem weiterem Zwischenstopp in einem Supermarkt kaufen wir kurzerhand noch eine weitere Fleece-Decke. Sicher ist sicher. Circa eine Stunde vom Monument Valley entfernt gibt es einen kostenlosen Campingplatz mit Toiletten und Sitzmöglichkeiten. Davon haben wir aber nicht mehr viel, da wir erst nach Mitternacht eintrudeln.
Monument Valley – Utah

Der Wecker reißt mich aus dem Tiefschlaf und ich verfluche mein Leben. Warum zur Hölle tue ich mir das an? Ich quäle mich aus dem Auto und sehe mein Spiegelbild in der Scheibe. Ich sehe aus wie ein zerrupftes Huhn. Na klasse. Tobi dagegen wirkt mal wieder top fit. Wie macht er das?
Wir packen unser Zeug zusammen und machen uns auf dem Weg zum Monument Valley. Kurz davor dann wieder eine Grenzüberfahrt: wir sind zurück in Utah. Dieses Mal lassen wir es uns nicht nehmen, ein Bild vor dem legendären Schild bei Tageslicht zu machen.

Monument Valley Tribal Park Infos
Das Monument Valley gehört zum Land der Navajo und heißt in deren Sprache Tse’Bii’Ndzisgaii. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist der 17 Mile Loop, bei dem man mit seinem Auto durch das Lower Monument Valley fährt. Der Rest des Parks kann lediglich im Rahmen einer Tour mit Guide besichtigt werden. Der Eintritt in den Monument Valley Tribal Park kostet $8 pro Person, die gleich am Eingang bezahlt werden müssen. Der America the Beautiful Annual Pass wird hier nicht anerkannt.

Ich bin völlig überrascht darüber, dass man den Park mit seinem eigenen Auto erkunden kann. Gleich am Eingang befindet sich das Info-Center. Wir halten kurz an, genießen den genialen Ausblick auf das Lower Monument Valley und begeben uns anschließend auf die staubige Straße durch die rote Sandwüste. Die Strecke über den sogenannten 17 Mile Loop führt über eine Einbahnstraße durch die Landschaft und wir passieren viele ikonische Felsformationen wie Rain God Mesa, The Three Sisters, John Fords Point, and Artists Point. Ich komme mir vor wie in einem waschechten Western Film. Das ist auch kein Wunder, schließlich diente das Monument Valley in Utah als Filmkulisse einiger bekannter Filme wie beispielsweise Forest Gump oder Spiel mir das Lied vom Tod.



Nach etwa zwei Stunden sind wir zurück am Info-Center des Parks. Ein Blick auf die Uhr sagt uns, dass wir uns beeilen müssen. Zu unserem nächsten Highlight wollen wir definitiv nicht zu spät kommen.
Antelope Canyon – Arizona

Knapp zwei Stunden Autofahrt und eine weitere Grenzüberfahrt später stehen wir auf dem Parkplatz von Dixies Lower Antelope Canyon. Die außergewöhnlichen Farben und Formen des Canyons haben ihn weltberühmt und damit zu einer der Top-Sehenswürdigkeiten in Arizona gemacht. Man kennt den Antelope Canyon unter anderem durch Abbildungen in der National Geographic oder dem Windows Hintergrundbild. Er verändert sich ständig durch regelmäßige Überflutungen bei starken Regenfällen, die den Sandstein abtragen und dabei immer wieder neue spannende Formen und Farbenspiele erzeugen. Erst zwei Wochen vor unserem Besuch wurde durch eine Flut ein Durchgang freigespült, welcher vorher mühselig umklettert werden musste. Diese Flutgefahr ist auch der Grund, weshalb man den Antelope Canyon nur mit einer Tour besichtigen kann.
Diese hatten wir zuvor online gebucht. Wir hatten Glück, so kurzfristig noch Plätze bekommen zu haben, denn die Touren sind schnell ausgebucht. Gerade im Sommer sollte man sich schon Wochen zuvor um eine Reservierung kümmern. Wir haben für die Tour pro Person 64,00 € bezahlt, der Preis kann in der Hauptsaison aber auf das Doppelte ansteigen.



Nach einer Einweisung und einem kurzen Fußmarsch zum Eingang geht es auch schon los. Ganz ehrlich: wären wir nicht im Rahmen einer Tour an diesem Ort gewesen, hätte ich bei bestem Willen nicht gemerkt, dass sich dieses Naturwunder ganz in unserer Nähe befindet, so unscheinbar ist es von außen. Ich folge den anderen über eine steile Treppe in die tiefrote Schlucht und stehe plötzlich mitten drin. Um mich herum die schönsten natürlichen Rottöne die ich je gesehen habe. Ich hatte erst angenommen, dass bei den Bildern im Internet sicherlich an der Farbkorrektur gedreht wurde – aber dem ist nicht so. Ich beginne sofort mit dem Fotografieren und kann mich gar nicht satt sehen. „Komm, weiter geht’s“, sagt unsere Gruppenführerin. „Da hinten wird es noch schöner!“
Ich kann mir kaum vorstellen, dass es noch besser werden könnte, doch sie hat recht. Mit jedem Meter werden die Formationen des Antelope Canyon schöner und interessanter, bis wir nach etwa einer Stunde schließlich den Ausgang erreichen.
Horseshoe Bend, Glen Canyon – Arizona

Etwa zehn Minuten Autofahrt vom Antelope Canyon entfernt befindet sich das nächste Highlight in Arizona: der Horseshoe Bend im Glen Canyon. Auch dieser ist eine bekannte Sehenswürdigkeit und aus den Instagram-Feeds der USA Reisenden nicht mehr wegzudenken. Nun ja, dementsprechend voll war es dort auch. Da wir auf dem gesamten Roadtrip durch Nevada, Utah und Arizona bislang nirgends wirklich Menschenmassen begegnet waren, war der Anblick des Geländes vor dem Horseshoe Bend für uns total erschreckend. Hunderte Menschen tummelten sich vor dem Geländer, kletterten auf die Felsen, um das perfekte Foto zu bekommen oder liefen über die Absperrungen durch die Vegetation, nur um eine Minute Fußweg zu sparen.

Der Horseshoe Bend ist natürlich wunderschön – zumindest auf Fotos mit dem richtigen Licht. In Realität hat er mich zugegebenermaßen aber etwas enttäuscht. Da finde ich den Anblick der Saarschleife in Deutschland deutlich schöner. Parken und Eintritt hat uns zu zweit $10 gekostet.
Kaibab National Forest – Arizona
Unsere Roadtrip Route führt uns noch am selben Abend zum Kaibab National Forest. Er befindet sich ganz in der Nähe des Grand Canyon Nationalparks. Nach circa 2 Stunden kommen wir an unserem Schlafplatz an. Da es aber Stockfinster ist, können wir von dem Canyon selbst noch nicht viel sehen. In dem National Forest ist es erlaubt im Auto oder Camper kostenlos zu übernachten. Völlig fertig von den Erlebnissen des Tages fallen wir nach einer schnellen Portion Nudeln mit Pesto müde in unser Bett und freuen uns auf den nächsten Tag.
Mit einem heißen Tee und einer Decke auf dem Schoß sitze ich neben Tobi im gepackten Auto auf heißen Kohlen und warte darauf, dass wir ins Abenteuer Grand Canyon starten können, aber Pustekuchen. Alfonso scheint eher weniger Lust darauf zu haben, denn er möchte einfach nicht anspringen. „Na toll“, fluche ich. „Da können wir lange auf Hilfe warten.“
Die Aussage ist mehr als berechtigt, schließlich hatten wir unser Nachtlager mitten im Wald aufgeschlagen, zwei Kilometer von der Hauptstraße entfernt, am Rande eines unangenehm ruckeligen Weges. In den letzten Stunden war nur ein einziges Auto vorbeigekommen, ein Förster. Die Wahrscheinlichkeit, dass man uns schnell aus dieser Lage befreien würde, war also äußerst gering.
Doch kaum hatte ich meine Bedenken ausgesprochen, hörte ich in der Ferne einen Motor. Kurz darauf erschien ein dunkler Chevrolet SUV hinter den Bäumen und kam genau auf uns zugefahren. Die Fahrerin hatte ein Starthilfekabel dabei und konnte uns tatsächlich helfen, was für ein Glück!
Grand Canyon Nationalpark – Arizona

Nun kann es endlich losgehen: der Grand Canyon wartet auf uns. Erster Stopp ist der Desert View Watchtower. Wir stellen unser Auto ab und laufen die wenigen Meter bis zum Aussichtspunkt. Mir stockte der Atem. Direkt vor uns erstreckt sich im wahrsten Sinne des Wortes eine riesige Schlucht, die der Colorado River in Millionen von Jahren geschaffen hat. Die gigantische Landschaft des Grand Canyons übertrifft alle meine Vorstellungen, die ich von diesem Ort hatte. Die unterschiedlichen Rottöne der einzelnen Erdschichten lassen nur erahnen, wie tief die Schlucht tatsächlich ist. Am Desert View Aussichtspunkt befindet sich außerdem auch die breiteste Stelle mit rund 26 Kilometern.
Grand Canyon Nationalpark Infos

Der Grand Canyon Nationalpark liegt im Norden Arizonas und erstreckt sich über eine Länge von 447 Kilometern, bei einer maximalen Tiefe von 1,6 Kilometer. Als absolutes Naturwunder wurde der Grand Canyon 1979 ins UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen.
Der Park teilt sich in mehrere Bereiche auf: West Rim, South Rim und North Rim. Der South Rim des Grand Canyon Nationalparks ist ganzjährig geöffnet, wobei im Winter mit geringen Einschränkungen zu rechnen ist. Der North Rim hingegen ist nur von Mitte Mai bis Mitte Oktober für Besucher geöffnet. Der Eintritt in den Park ist mit dem America the Beautiful Annual Pass möglich, man kann aber auch Tickets vor Ort kaufen.

Aber auch die anderen Aussichtspunkte entlang der Route sind einen Stopp wert. Leider ist es an dem Tag so windig, dass wir es dort immer nur wenige Minuten außerhalb des Autos aushalten. Gegen Nachmittag beschließen wir dann aber doch, wenigstens eine kleine Wanderung in den Grand Canyon zu machen, und entscheiden uns für den Bright Angel Trail. Diesen uralten Wanderweg haben schon die indigenen Völker zur Wanderung in die Schlucht genutzt. Heute ist er einer der beliebtesten Trails im Grand Canyon Nationalpark für Tages- und Mehrtageswanderungen. Zu Recht, denn die Aussicht ist wirklich gigantisch schön. Unterwegs treffen wir auf Bergziegen, die gehässig ein paar kleinere Steine ins Rollen bringen. Hier ist auf jeden Fall Vorsicht geboten.

Ein anderer bekannter Wanderweg in die Schlucht hinein führt über den South Kaibab Trail, den man am besten per Shuttle vom Grand Canyon Village erreicht. Das Village ist sozusagen das Herz des Nationalparks. Dort gibt es viele Unterkünfte, Parkplätze und es fährt sogar ein Zug dort hin.
Gegen Abend müssen wir den Nationalpark dann schweren Herzens wieder verlassen. Wir wären gerne länger geblieben, aber die Universität ruft. Der Grand Canyon verabschiedet sich aber dennoch mit einem kleinen Highlight: Eine Herde Elche am Straßenrand! Ein wahnsinnig tolles Ende für unseren Roadtrip durch Amerikas Südwesten.

Fazit Roadtrip Nevada, Utah und Arizona
Die Route über Nevada, Utah und Arizona war für 6 Tage mit vielen Stunden im Auto verbunden, und ich hätte mir definitiv ein bis zwei Tage mehr gewünscht, vor allem am Grand Canyon und um den Zion Nationalpark ausgiebig erkunden zu können. So mussten wir doch einige Abstriche machen, was im Nachhinein sehr schade war. Da wir aber leider aufgrund unseres Auslandssemesters in San Diego nicht mehr Zeit für unseren Roadtrip durch Amerikas Südwesten zur Verfügung hatten würde ich sagen, dass wir das Beste daraus gemacht haben. Mein absolutes Highlight war die Tour durch den Antelope Canyon in Arizona, aber auch die Übernachtungen unter dem gigantischen Sternenhimmel waren jedes Mal wundervoll. Ein Roadtrip durch Nevada, Utah und Arizona ist auf jeden Fall ein einmaliges Erlebnis, welches ich nicht missen möchte. Amerikas Südwesten bietet eine einzigartige und vor allem abwechslungsreiche Natur, sodass uns auch auf langen Fahrten nie langweilig wurde.

Roadtrip Amerikas Südwesten Tipps und Infos
Wie lange sollte man für einen Roadtrip durch Amerikas Südwesten einplanen?
Unterschätze die Distanzen in Amerika nicht! Für einen Roadtrip durch Nevada, Utah und Arizona solltest du mindestens eine Woche einplanen. Wenn du viele Wanderungen machen möchtest, dann rechne eher mit zwei Wochen.
Klima und Temperatur
Wenn du wie wir im Herbst/Winter unterwegs bist, musst du mit Kälte und Schnee rechnen. Wenn man an den Grand Canyon denkt, hat man nicht unbedingt ein Bild vom Winter im Kopf. Aber bei unserem Besuch war es knackig kalt und es lag Schnee, ebenso im Bryce Nationalpark in Utah.
Im Sommer kann es wiederum sehr heiß werden. Denke an genügend Wasser (das kann man oft nur am Parkeingang auffüllen oder gar nicht), Sonnencreme und eine Kopfbedeckung zum Schutz vor der Sonne. Versuche, Wanderungen durch die Mittagshitze zu vermeiden.
Respektiere die Natur
Bitte bedenke, dass du dich auf deinem Roadtrip durch Nevada, Utah und Arizona in vielen Nationalparks und Naturschutzgebieten aufhältst, und helfe durch dein respektvolles Verhalten, diese wunderbaren Orte zu bewahren. Nehme deinen Müll wieder mit und entsorge ihn in dafür vorgesehene Mülleimer. Bleibe auf den vorgegebenen Pfaden und verlasse die Orte und Sehenswürdigkeiten so, wie du sie vorgefunden hast. Wenn du auf Wildtiere triffst, freue dich darüber, aber verzichte darauf, sie zu füttern oder zu berühren.
So stellst du sicher, dass diese unfassbar tollen Orte auf unserer Welt weiterhin besichtigt werden können. 🙂

Ich hoffe, dieser Beitrag hat dir gefallen und konnte dir einige Tipps und Inspirationen für deinen eigenen Roadtrip durch Amerikas Südwesten geben. Du hast Anmerkungen oder Fragen? Schreibe sie mir gerne in die Kommentare, damit dieser Beitrag noch besser werden kann. 🙂
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