Forgotten World Highway Neuseeland

Das Feuer lodert im Kamin, wir sitzen auf dem Sofa im Gemeinschaftsraum unserer Unterkunft und lassen uns von Netflix berieseln. Draußen regnet es seit Tagen in Strömen. Der Winter Neuseelands zeigt uns so richtig, was er drauf hat. Applaus dafür. Freut uns riesig. Grund genug für uns, um sich mit Campervan Ernie auf die Spuren dieser gottverlassenen Straße zu begeben, von der im Hostel alle sprechen. Der Forgotten World Highway ist nicht weit entfernt und wartet auf uns.

Der New Zealand State Highway 43 gilt als abgeschiedenste Straße Neuseelands. Wer hier unterwegs ist, wird kaum Häuser oder Tankstellen finden. Im Durchschnitt befahren gerademal 150 Fahrzeuge die Strecke pro Tag. Sie ist auch bekannt als „Forgotten World Highway“ und wurde in Neuseeland als erster „Heritage Highway“ zum nationalen Kulturerbe ernannt.

Kaum Gegenverkehr

Campervan Ernie ist heute nun also eins dieser 150 Fahrzeuge. Wir starten in Taumarunui und folgen den Schildern, die uns fernab jeglicher Zivilisation führen. Schon zu Beginn merken wir, dass hier offensichtlich schon lange keine Bauarbeiten mehr stattgefunden haben. Tatsächlich hat es den Anschein einer „vergessenen Welt“. Teilweise ist die Fahrbahn in sehr schlechtem Zustand, hier und da sieht man Schafe am Rand grasen.

Leider gibt es nur wenige Bilder von Forgotten World Highway, weil es so regnete.

Es geht über unzählige Kurven und Serpentinen durch eine landschaftlich wunderschöne, grüne Hügellandschaft, die wir so zuvor noch nirgends gesehen haben. Da kann selbst der Regen nichts an der grandiosen Aussicht ändern. Und dieser gibt sich echt viel Mühe uns die Fotos zu versauen. Nochmal danke.

So gut ausgebaut wie hier auf diesem Abschnitt ist die Strecke selten
So gut ausgebaut wie hier auf diesem Abschnitt ist die Strecke selten
Bei gutem Wetter soll man bis zum Tongariro Nationalpark schauen können
Ein Stempel im Reisepass

Eine ganze Weile und gefühlt 300 Kurven später passieren wir doch tatsächlich ein Ortsschild. Das wirklich Interessante hierbei ist, dass es sich nicht einfach nur um einen langweiligen Ort mit drei Häusern handelt. Die kleine Siedlung Whangamomona ist seit 1989 eine eigene Republik! Wir machen eine Pause im Pub des Whangamomona Hotels und lassen uns für 2$ einen Stempel der kleinsten Republik der Welt in unseren Pass geben. Den hat nun wirklich nicht jeder ;-).

Hier leben tatsächlich Menschen
Hier leben tatsächlich Menschen

Kurz hinter Whangamomona hört es auf zu regnen. Wir nutzen die Zeit und lassen auch mal unsere Drohne steigen, wenn auch nur für ein Foto, weil es sofort wieder anfängt. Mistwetter! Ich kann es gar nicht oft genug sagen.

Wir lassen kurz die Drohne Gassi gehen
Forgotten World Highway aus der Luft
Hobbits Hole

Ein weiteres Highlight auf unserer Strecke ist der Moki Tunnel. Dieser ist ein (gruseliger) einspuriger Tunnel, bei dessen Bau 1936 zahlreiche Fossilien gefunden wurden. Er ist gerademal breit genug für unseren Van und unbeleuchtet. Das Schild mit der Aufschrift „Hobbits Hole“ am Eingang schaukelt im Wind und macht dabei diese gruseligen Geräusche, die man so aus Horrorfilmen kennt – kein Scherz! 😉

Der Tunnel gleicht auf dem ersten Blick einem schwarzen Loch
Sieht gruselig aus, oder?
Fifty Shades of Green

Wir folgen dem Forgotten World Highway weiter und kommen zur Tangarakau Gorge, wo die Straße für einen Abschnitt von 12 Kilometern unbefestigt ist. Um uns herum dichter Dschungel mit Grüntönen, von denen wir selbst nichtmal wussten, dass diese in der Natur existieren. Auch hier finden wir riesige Felsbrocken am Straßenrand und Campervan Ernie hat ganz schön zu kämpfen, um auf der nassen Schotterpiste den Berg hoch zu kommen. Wir denken kurz darüber nach, wie einfach es wohl mit Mitzi (unserem Auto in Australien) gewesen wäre, denn schneller als 30 km/h können wir nicht fahren.

Auf Fotos sieht der Van aber auch Schotterpisten-Tauglich aus!
Campervan Ernie auf der Schotterpiste
Ob Brücken dort wohl noch gewartet werden?
Ob die noch gewartet wird?
Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass es regnete? ;)
Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass es regnete? 😉

Zum Sonnenuntergang erreichen wir das Ende der Strecke und damit den Fuße des Mt. Taranaki, den wir aber leider dem Nebel sei Dank während des gesamten Aufenthaltes nicht zu Gesicht bekommen. So haben wir auf jeden Fall einen Grund, um Neuseeland irgendwann nochmal zu besuchen.

Fazit: Der Forgotten Wold Highway ist auf jeden Fall eine Route, die wir jedem empfehlen würden! Für die 150km haben wir mit unserem Van ca. 3,5 Stunden gebraucht, allerdings haben wir aufgrund des wirklich schlechten Wetters viele Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke ausgelassen. Dennoch war die Fahrt eines der absoluten Highlights unseres Roadtrip durch Neuseeland.

Und, was war die schönste Strecke die du jemals gefahren bist?

4 comments

  1. Richtig toll! Haben wir ja leider ausgelassen, aber für die Strecke, den Stempel und Mount Taranaki möchte ich auch unbedingt nochmal länger auf die Nordinsel! Die schönste Strecke war glaub ich die Milford Road, eine Straße mit hunderten Wasserfällen zum Milford Sound – einfach gigantisch!

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