Als ich meinen Flug nach Irland buche, weiß ich nicht viel über das Land. Landschaftlich stelle ich mich auf grüne Wiesen und weidende Schafe ein. Kalt und trostlos soll es sein, Regenjacke ist Pflicht. Sieben Tage habe ich für meinen Irland Roadtrip Zeit. Sieben Tage, um ein Land kennen zu lernen, das ich zuvor gar nicht auf dem Schirm hatte. Eine Route lege ich nicht fest, ich möchte mich überraschen lassen. Und so stehe ich zwei Wochen später in Dublin am Schalter und hole meinen Mietwagen ab.
In diesem Artikel erzähle ich dir, was ich auf meiner Route durch Irland gesehen und erlebt habe und gebe dir Tipps für deinen eigenen Irland Roadtrip.
Irland Roadtrip Start in Dublin
Weil ich mir die Mautgebühren der Route 55 sparen möchte fahre ich auf dem Weg zu meiner ersten Unterkunft – naiv wie ich bin – voll durchs Stadtzentrum. Kann ja niemand ahnen, dass dort zur Rushhour Stau entsteht. Meiner guten Laune schadet es aber dennoch nicht, schließlich bekomme ich so einen guten ersten Überblick von Dublin. Die Nacht verbringe ich auf einer Luftmatraze in einer WG am Stadtrand. Perfekte Ausgangslage, um am nächsten Morgen mit dem Irland Roadtrip zu starten.

Burgen und Pubs in Killkenny
Ich mache mich bereits vor Sonnenaufgang auf den Weg in Richtung Süden. Tagesziel ist das knapp 300 Kilometer entfernte Killarney. Auf der Route stoppe ich in der Kleinstadt Killkenny, wo ich mir im „Willoughby’s“ ein Irish Breakfast gönne. Killkenny ist mit seinen vielen bunten Häusern und Pubs genau das, was ich mir unter einer Irischen Stadt vorgestellt habe.



Killarney
Die Region Killarney zählt auf meinem Irland Roadtrip definitiv zu meinen Favoriten, hatte ich doch vorher noch nie etwas von dieser Stadt gehört. Ich erwische ein sehr liebevolles Bed&Breakfast. Ich lerne Blaithin kennen, die mir wertvolle Insidertipps für meine Route gibt und dafür sorgt, dass ich meine groben Pläne noch einmal komplett umwerfe. So streiche ich den Ort Dingle von meiner To-Do-Liste und verbringe stattdessen den nächsten Tag in der Umgebung, um den Killarney Nationalpark zu erkunden und den Ring of Kerry zu fahren. Die Landschaft dort erinnert mich schwer an meinen Roadtrip durch Neuseeland.



Ring of Kerry
Ein weiteres Highlight, das ich ohne die Tipps von Blaithin wohl ausgelassen hätte, ist der Ring of Kerry. Die Strecke zählt zu den beliebtesten Küstenrouten Irlands. Es geht durch eine Landschaft, die mich ein wenig an Neuseeland erinnert. Von dramatischer Küste bis hin zur ländlicher Idylle bekomme ich alles zu sehen. Ein absolutes Highlight auf meinem Irland Roadtrip! Auch das Wetter ist widererwartend atemberaubend und für irische Verhältnisse unglaublich warm. Blöd nur, dass mein Rucksack ausschließlich mit Winterklamotten gefüllt ist.

Cliffs of Moher: ein Hauch von Nichts
Die einzige Sehenswürdigkeit, die ich mir schon vor Abflug auf die Must-See-Liste gesetzt habe, bekomme ich dann ernsthaft nicht zu Gesicht. Die Cliffs of Moher sind in dichtem Nebel gehüllt und wollen sich auch nach 4 Stunden Wartezeit einfach nicht zeigen. Als ich gegen Mittag aufgebe und den Wild Atlantic Highway weiter hoch fahre, klart der Himmel natürlich schlagartig auf. Typisch! Ich mache mir eine gedankliche Notiz, Irland zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu besuchen und fahre mit zwei Hitchhikern auf der Rückbank weiter nach Galway.

Galway an der Westküste Irlands hat eine wirklich sehenswerte Innenstadt. Ein besonderes Highlight der Stadt ist der historische Ortskern und die belebte Quay Street mit vielen Pubs und Restaurants. Galway dient als guter Ausgangspunkt für viele Touren wie beispielsweise nach Clifden oder Connemara. Beides muss ich aufgrund von Zeitmangel leider auslassen.


Northern Ireland
Am nächsten Tag fahre ich die längste Etappe des Irland Roadtrips. Von Galway geht es auf direktem Wege nach Nordirland. Von nun an fahre ich in Meilen pro Stunde und zahle in Pfund. Auf Empfehlung von Einheimischen lege ich einen kurzen Zwischenstopp in Derry ein, um mir auf der historischen Stadtmauer die Beine zu vertreten.
Giants Causeway
Pünktlich zwei Stunden vor Sonnenuntergang treffe ich am Giants Causeway ein. Für den Parkplatz vor dem Visitorcenter wird eine Eintrittsgebühr verlangt. Diese kann man umgehen, wenn man etwas weiter außerhalb parkt und den Besuch des Giants Causeway mit einer kleinen Wanderung entlang der Küste verbindet. Ich stelle mein Auto auf dem kostenlosen Parkplatz in Bushmill ab und mache mich zufuß auf den Weg. Am Ende werde ich feststellen, dass der Weg zum Ziel schöner war als die Attraktion selbst.
Der Giants Causeway ist eine von Irlands Hauptattraktionen und ist seit 1986 UNESCO Weltkulturerbe. Er besteht aus tausenden sechseckigen Basaltsäulen, die durch vulkanische Aktivität vor fast 60 Millionen Jahren entstanden sind. Ich empfehle dir unbedingt, dort bei deinem Irland Roadtrip einen Stopp einzulegen.
Einer irischen Legende nach sollen sie aufgrund eines Kampfes zweier Riesen entstanden sein:
Der Riese Fionn mac Cumhaill baute einst einen Damm nach Schottland, um einen schottischen Riesen zum Kampf herauszufordern, da ihn dieser beleidigt hatte. Der schottische Riese nahm den Kampf an und begab sich nach Nordirland. Fionn war allerdings vom Bau des Damms so geschwächt, dass er den Kampf unmöglich gewinnen konnte. Er verkleidete sich als Baby und lies seine Frau die Tür öffnen. Als der schottische Riese das Baby sah dachte er, dass bei der Größe des Kindes der Vater gigantische Ausmaße haben müsse. Er rann zurück nach Schottland und zerstörte den Damm bei seiner Flucht.


Carrick a Rede
Nicht weit vom Causeway entfernt gibt es eine Hängebrücke auf die Insel Carrick-a-Rede, die über eine Schlucht führt. Leider ist diese bei Ankunft komplett überfüllt, also entscheide ich mich dazu, das Geld dafür zu sparen. Gleiches gilt für die Game of Thrones Schauplätze.
Ende des Irland Roadtrips: Belfast und Dublin
Die Hauptstadt Nordirlands verbinde ich mit einem Besuch im berühmten Titanic-Museum. Der Eintritt von 19 Pfund für die Titanic Experience lohnt sich auf jeden Fall, denn drei Stunden kann man locker darin verbringen. Nach einem tollen Abend im Pub „Grannie Annies“ und einer tollen Unterkunft in Belfast geht es am nächsten Morgen schon zurück nach Dublin.



Leider kann ich den letzten Tag in Dublin dann nicht mehr wirklich genießen. Die langen Autofahrten und vielen Eindrücke der vergangenen Tage machen sich bemerkbar und mein Körper fährt komplett runter. Außer einem kurzen Spaziergang durch die Innenstadt sehe ich an diesem Tag nicht mehr viel, bevor es am nächsten Morgen zurück nach Frankfurt geht.

Fazit und Kosten
Fazit
Irland ist ein wundervolles Land mit einer atemberaubenden Landschaft, über das viel zu wenig gesprochen wird! Die Iren sind super freundliche Gastgeber und ich habe mich überall willkommen gefühlt. Das Wetter mit Spitzenwerten von 25 Grad im April(!) stand voll auf meiner Seite, ich musste mir in Belfast sogar kurze Klamotten nachkaufen. Ein Irland Roadtrip ist auf jeden Fall eine super Sache und du benötigst wirklich nicht viel Zeit dafür. Die Kosten halten sich bei Selbstverpflegung dank günstiger Flüge ebenfalls in Grenzen. Also nichts wie los in dein Irland-Abenteuer!
Kosten für meinen Irland Roadtrip
Flug: 59 Euro FFM-DUB/ DUB-FFM
Mietwagen: 244 Euro/6 Tage
Benzin: 65 Euro
Unterkünfte: 120 Euro
Attraktionen: 24,12 Euro
Verpflegung: ca. 15 Euro/Tag – 105 Euro
Boah, wunderschön! Das macht richtig Lust dahin zu reisen !!!