Es ist 04:30 Uhr am Sonntag Morgen, als der Wecker klingelt. Geschlafen haben alle nicht besonders viel, da am Vorabend das große Abschiedsessen stattfand. Trotzdem sind wir sofort hellwach. Schnell werden die für den Flug bereitgelegten Jogginghosen und Pullover angezogen und die Ladekabel eingepackt. Als wir aus dem Zimmer stiefeln, sitzt die Familie bereits wartend auf dem Sofa. Die Gefühle sind gemischt, man merkt es allen an. Für unsere Verhältnisse (und wer uns kennt weiß wovon wir sprechen) verläuft der Morgen wirklich sehr entspannt ab. Pünktlich um 05:00 Uhr sitzen wir zu fünft im Auto Richtung Flughafen.
Wir müssen früh am Schalter sein damit wir die Chance haben, noch zwei nebeneinander liegende Sitzplätze zu bekommen. Als wir aus dem Auto steigen und unsere Rucksäcke das erste mal so richtig auf dem Rücken tragen, fühlen wir uns großartig. Auf dem Weg vom Parkhaus zum Terminal begegnen uns immer wieder Rucksackreisende. Man wird begutachtet, aber keinesfalls negativ. Man gehört irgendwie dazu. Auf der Flughafentoilette wird nach langem Überlegen zwecks Notwendigkeit noch schnell eine Thrombose-Spritze injiziert. Bei insgesamt 22 Stunden purer Flugzeit vielleicht auch gar nicht so schlecht. Dass wir dann auch noch Verspätung haben werden, ahnen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Am Schalter angekommen dann die erfreuliche Nachricht: Wir dürfen beide Flüge nebeneinander verbringen! Wir haben noch ein bisschen Zeit, bevor wir durch die Kontrolle müssen. Also setzen wir uns noch kurz zu Starbucks, um einen letzten Kaffee mit unseren Familien und Freunden zu trinken. Als es soweit ist, steht eine Gruppe von 7 tollen Leuten um uns herum. Einen schöneren Abschied am Flughafen hätten wir uns nicht vorstellen können! Nachdem einige Tränen gekullert sind, gehen wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge durch die Schleuse. Wir drehen uns noch einmal um und schauen ein letztes mal durch die Glaswand – ein letztes Winken – und dann sind wir für die nächsten Monate auf uns allein gestellt.
Das Boarding hat bereits begonnen, als wir am Gate eintreffen. Ein mittelgroßer Airbus mit der fetten Aufschrift „Abu Dhabi 2017“ wartet schon auf uns. Als wir den Flieger betreten staunen wir nicht schlecht. Vielflieger werden uns jetzt auslachen, aber wir waren total begeistert von der Ausstattung und der Beinfreiheit. In den Sitzen befindet sich ein Bildschirm mit Entertainment-Programm und kleiner Fernbedienung, die man auch als Controller einer Spielekonsole benutzen kann. Auf unseren Sitzen liegen liebevoll bereitgelegte Decken, Kopfhörer und ein Kissen. Soviel Komfort sind wir absolut nicht gewohnt.
Zum Mittag gibt es eine Auswahl aus drei Gerichten. Wir entscheiden uns für die Tortelini und dem Blueberry-Chesecake. Zwischendurch werden immer wieder kleine Snacks und Getränke gebracht. Der Flug vergeht trotz einer Stunde Verspätung tatsächlich sehr schnell und so setzen wir um 20:10 Uhr Ortszeit zur Landung in Abu Dhabi an.
Durch die Verspätung müssen wir uns ein wenig beeilen, denn ursprünglich war nur ein 2 Stündiger Flughafenaufenthalt geplant, bevor es weiter geht. So geht es dann direkt von einem ins nächste Flugzeug ohne großartige Bewegung, was uns später zum Verhängnis wird.
Beim Weiterflug von Abu Dhabi nach Sydney sitzen wir in einem Airbus A380. Man, was für ein Teil! Und wir dachten, das vorherige Flugzeug sei krass. Nun haben wir eine Playstation Portable und noch mehr Schnickschnack an Bord, um unsere Zeit totzuschlagen. Zusätzlich zu Kissen & Co bekommt jeder von uns nun auch eine Schlafmaske, Kuschelsocken, Oropax und eine Zahnbürste geschenkt. Sogar Popcorn für die Filme gibt es umsonst. Wie sollen wir jemals wieder mit einem anderen Flieger fliegen? 😉
Den ganzen Flug über ist es dunkel an Bord. Wir schaffen es, für drei der vierzehn Stunden zu schlafen. Wir sitzen zwar nebeneinander, haben aber links und rechts von uns jeweils jemanden sitzen. Schlafend. Schnarchend.
Am 02.02. gegen 06:30 Uhr Deutscher Zeit sehen wir über die Kamera des A380 nach 10 Stunden erstmals Land auf dem Radar. Die Erde ist Rot. AUSTRALIEN!! Doch der Schein trügt, denn selbst jetzt sind es noch knapp 4 Stunden bis zur Landung. Die Beine schmerzen, den Hintern spürt man schon gar nicht mehr, und die Sitznachbarn schlafen immernoch. Wie schafft man sowas?
In Sydney angekommen verlaufen wir uns natürlich erst einmal und landen nach einer Weile wieder am Flughafen. Die Zugfahrt zum Hostel ist uns für 18$ pro Person zu teuer und so irren wir eine gefühlte Ewigkeit am Flughafen umher. Wir werden von zwei weiteren Backpackern in unserem Alter angesprochen, wir müssen wohl wirklich sehr verloren gewirkt haben. Wir kommen ins Gespräch und stellen fest, dass unsere Hostels nicht weit voneinander entfernt liegen. Wir beschließen, uns gemeinsam ein Taxi zu teilen und uns am nächsten Tag zu treffen, um alles wichtige, was jetzt in Australien selbst ansteht, zusammen zu erledigen.
Um 23 Uhr Ortszeit kommen wir endlich in unserem Hostel an. Bei einem Blick die Straße runter präsentiert sich die Skyline Sydneys in all Ihren Farben. Es ist der Wahnsinn! Jetzt realisiert auch langsam der Kopf, was da gerade eigentlich alles in den letzten 24 Stunden passiert ist. Wir checken ein und fallen ohne etwas zu essen völlig erschöpft in unsere Betten.
Wow!!!! The Adventure starts…. tomorrow ?. Ja so gehts mir auch immer, ich frage mich stets wie andere in dieser unbequemen Position im Flugzeug schlafen können. Na ja, ihr habt ja noch ein paar Tage vor euch. Von daher keinen Stress und einen guten Start!! ?
Ja das war wirklich krass. Wir fanden es nur ein wenig gemein, dass sich besagte Personen dann einen Platz am Gang reservieren, um den ganzen Flug lang zu schlafen und nicht einmal aufzustehen. Wir wollten sie dann natürlich ja auch nicht wecken ?
Da kenn ich dann nix.. – TROTZDEM WECKEN 🙂
Irre. Toll. Mir kamen bei deinem Anfangbericht vom Abschied auch die Tränen. Hab direkt mitgefühlt. Aber super dass ihr doch nebeneinander sitzen konntet. Die Fotos von Sidney sind ja irre. Eine Bekannte von uns lebt in Sidney. Leider hab ich keine Adresse oder Tel.nr. mal gucken ob ich da noch was in Erfahrung bringen kann. Man kann ja nicht wissen. Passt gut auf euch auf und habt ein gesundes Misstrauen. Sind nicht alle so wie sie sich geben. Bis bald. Freu mich auf euren nächsten Bericht. ?
Das freut mich. Dann hat der Beitrag ja genau das erreicht, was er sollte :-). Ja die Farben und Geräusche hier haben uns auch umehauen, alles ist so grün und so gesund, und die Vögel hören sich so tropisch an ?
??Klasse das der Flug so gut geklappt hat?Jetzt weiß ich was mich erwartet falls ich auch mal So weit fliegen sollte. Danke für die Infos. ? Auch ich wünsche euch einen guten Start und für uns viele spannende Berichte und Bilder ?
Jetzt seid ihr schon einen Tag im großen Abenteuer viel Spaß ihr Weltenbummler