Am späten Nachmittag landet unser Flieger in Bogotá, der Landeshauptstadt Kolumbiens. Mir ist noch etwas schlecht vom Landeanflug, als ich aus der Flugzeugkabine steige. Die Stadt befindet sich auf einer Höhe von sage und schreibe 2640 Metern über dem Meeresspiegel. Das ist mal eine Hausnummer! Die dünnere Luft nehme ich zu Beginn noch nicht wahr, eins merke ich aber sofort: Es ist kalt!

Vom Flughafen nehmen wir einen Localbus nach Chapinero zu unserer ersten AirBnB Unterkunft. Über das Viertel haben wir uns vorher keine Gedanken gemacht. Als wir ankommen, ist die Sonne bereits untergegangen und wir haben Probleme, die Unterkunft zu finden. In Kolumbien sind Adressen nach Kreuzungen sortiert. Es gibt eine Nummer für eine Straße und eine weitere für die Straße, die als nächstes kreuzt. Mit einem Minus getrennt folgt dann eine Meterangabe, wie weit die Haustür von der nächsten Straßenkreuzung entfernt ist. Das soll mal einer verstehen ;).

Ankunft in Bogotá
Ankunft in Bogotá: Es ist kalt!

Nach unserer Ankunft passiert am ersten Tag nicht besonders viel. Wir verlassen die Unterkunft nur um etwas in der benachbarten Bäckerei zu essen und Sim-Karten zu kaufen. Irgendwie fühlen wir uns müde, was wohl nicht zuletzt auch an der Höhe und dem krassen Wetter-Unterschied liegen könnte. Ist auch nicht so tragisch, da es ohnehin den ganzen Tag regnet.

Regen, Regen und nochmal Regen
Yea, Regen.
La Candelaria – Szeneviertel Bogotás

Dann aber darf es am zweiten Tag doch wieder etwas Action sein. Wir fahren mit der Transmilenio in Bogotás Szene-Viertel La Candelaria und schließen uns einer Free Walking Tour an, um die Stadt etwas besser kennen zu lernen. Die Tour füht uns vorbei an bunten Grafittis, den unterirdischen Rio Bototá und wir erfahren viel über die Geschichte der Stadt. Der Guide lässt uns das berühmte Nationalgetränk chicha probieren. Das ist ein Maistrunk, der sämig und leicht alkoholisch ist. Zugegebenermaßen nicht mein Fall ;). Umso mehr aber dafür all die ganzen Früchte, die wir ebenfalls probieren dürfen.

Kolumbien hat echt viele Fruchtsorten
Na, kennst du alle Früchte?
Kolumbianischen Kaffee durften wir auch probieren
Wir probieren unseren ersten kolumbianischen Kaffee
Grafitti in La Candelaria
La Candelaria ist bunt

Für die kommenden Nächte nehmen wir uns ein Zimmer in der Unterkunft „Casa del Sol„, weil wir uns in La Candelaria so viel wohler fühlen.

Besteigung des Mount Monserrate

Am dritten Tag scheint das Wetter sich etwas gebessert zu haben: endlich mal kein Regen! Das wollen wir nutzen, um den Mount Monserrate zu besteigen. Der Hausberg von Bogotá liegt auf einer Höhe von 3152 Metern über dem Meeresspiegel. Man könnte die Spitze des Berges auch mit der Bahn erreichen, ist uns aber zu langweilig – wir nehmen die Treppen. Der Aufstieg ist nur bis 13 Uhr möglich und ist sehr anstrengend, man sollte also genügend Zeit und vor allem Wasser mitnehmen. Auf dem Weg nach Oben haben wir immer wieder eine tolle Aussicht auf Bogotá und die Regenwolken, die sich schon von weitem wie ein grauer Schleier über die Stadt legen.

Aussicht auf Bogotá vom Mt Monserrate
Ausblick auf Bogotá
Ausblick vom Mount Monserrate
Auf der anderen Seite des Berges ist von der Stadt nichts mehr zu sehen

Natürlich fängt es an zu regnen als wir oben ankommen, das macht uns aber nichts mehr aus. Wir sind glücklich und froh, dass wir es geschafft haben. Auf der Spitze gibt es neben einer noch tolleren Aussicht auf Bogotá noch eine Kirche und einen Markt, auf dem wir uns ein Pandebono gönnen. Das ist ein kleines rundes Maisbrot mit Käsegeschmack und wird in Kolumbien als Snack über den ganzen Tag verteilt gegessen.

Museo del Oro

Am letzten Tag möchte Tobi dann unbedingt ins Goldmuseum Museo del Oro, weil es von vielen vor Ort empfohlen wurde. Wer mich kennt der weiß, was für eine Qual Museums-Besuche für mich sind. Tja, ich wünschte ich könnte etwas anderes schreiben, aber nicht nur für mich ist das Musem eine Enttäuschung, auch Tobi entschuldigt sich anschließend dafür, mich dort hineingeschleppt zu haben :D.

Plaza de Bolivar
Plaza de Bolivar

Am Abend soll es dann schließlich weiter gehen – wir wollen Bogotá verlassen und mit dem Nachtbus nach Salento fahren. Das Ticket buchen zuvor mithilfe eines Mitarbeiters unseres Hostels, Abfahrt ist 20 Uhr. Diesen verpassen wir auch noch fast weil wir mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln in die falsche Richtung fahren. Wie es das Schicksal so will, müssen wir durch den strömenden Regen zum Busbahnhof laufen und ich kann mich nicht erinnern jemals so viel über das Wetter geflucht zu haben.

Restaurant-Empfehlungen für Bogotá

Eine besondere Empfehlung muss ich für die veganen Empanadas bei Kuruwa aussprechen. Ein ganz kleiner, unscheinbarer Stand mit unfassbar leckeren gefüllten Teigtaschen in allen Variationen und einem sehr freundlichen Verkäufer.

Vegane Empanadas
Die Empanadas sind wirklich sehr gut!

Ein weiteres Restaurant, in das wir während unserer Zeit in Bogotá immer wieder einkehren ist Pita Wok. Hier gibt es viele verschiedene Gerichte der Arabischen und Asiatischen Küche für kleines Geld – ganz egal ob mit Fleisch oder Vegetarisch.

Fazit

Bogotá ist eine Stadt, die ich nur schwer einschätzen kann. Als Startpunkt für eine Reise durch Kolumbien ist es aber sicherlich eine gute Wahl. Das Wetter zu unserer Reisezeit im Juni war wirklich gnadenlos, besser soll es im Januar, September und Dezember sein. Mein persönliches Highlight war die Free Walking Tour durch das Viertel La Candelaria.

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